In einer Zeit, in der Smartphones ein fester Bestandteil unseres Lebens sind, stellt sich die Frage, wie sie von oder in der Nähe von ganz kleinen Kindern genutzt werden. In diesem umfassenden Ratgeber beleuchten wir die Gesundheitsrisiken von Mobiltelefonen für Babys und vor allem, wie man sich verhalten sollte, um sie zu begrenzen.

Immer früher und immer häufiger ausgesetzt

Laut einer Umfrage von Common Sense Media aus dem Jahr 2017 haben in den USA bereits 38 % der Babys unter 2 Jahren auf einem Tablet oder Smartphone gespielt. Das ist mehr als ein Drittel der Kleinkinder und dreimal so viel wie 2011.

Ein auf dem Rücken liegendes Baby schaut auf ein Mobiltelefon

In Frankreich zeigt die zwischen 2013 und 2017 durchgeführte Französische Längsschnittstudie seit der Kindheit (ELFE), dass 2-jährige Kinder durchschnittlich 52 Minuten pro Tag vor einem Bildschirm verbrachten, auch vor dem eines Mobiltelefons. Das liegt weit über den Empfehlungen zur Bildschirmzeit nach Alter, die dazu raten, Bildschirme vor dem Alter von 2 oder sogar 3 Jahren vollständig zu vermeiden.

Auch wenn der gute alte Fernseher für kleine Kinder nach wie vor die wichtigste Quelle für Bildschirmzeit ist, nimmt der Anteil sogenannter mobiler Bildschirme (Tablets, tragbare Konsolen und Smartphones) tendenziell zu.

Im Rahmen einer 2021 durchgeführten Telefonumfrage (Umfrage von la faireparterie und GECE) unter 1000 befragten Eltern gaben 39 % zu, ihrem unter 3-jährigen Kind schon einmal ihr Mobiltelefon geliehen zu haben, damit es beschäftigt ist.

Mobiltelefon und Baby: die Risiken

Ja, dem Baby dein Handy zu geben, damit es im Wartezimmer beim Augenarzt die Zeit überbrückt, oder auf dem Sofa durch Instagram zu scrollen, während du auf ein Baby aufpasst, ist nicht unbedingt eine gute Idee.

Eine Mutter mit ihrem Baby und einem Smartphone in der Küche

Warum? Werfen wir einen Blick auf die Auswirkungen von Smartphones und ganz allgemein auf die Auswirkungen von Bildschirmen auf die Entwicklung von Kindern.

  • 🧠 Auswirkungen des Telefons auf die kognitive Entwicklung des Kindes: Risiko einer Ausdünnung der Großhirnrinde, zu wenige äußere Reize, Verzögerungen beim Erwerb von Sprache und Gedächtnis, Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit und Konzentration sowie eine geringere Fähigkeit, Probleme zu lösen
  • 🙏 Auswirkungen auf die sozial-emotionale Entwicklung: Um es besser zu verstehen, solltest du dir vor Augen halten, dass kleine Kinder durch Beobachten und Nachahmen lernen. Der direkte persönliche Kontakt spielt eine sehr wichtige Rolle für ihre soziale Entwicklung, Kommunikation und das Erlernen von Emotionen. Zeig ihm lieber echte Menschen als Pixel!
  • ⛹️Störungen der körperlichen und motorischen Entwicklung sowie eine Zunahme von Erkrankungen, die mit Bewegungsmangel zusammenhängen
  • 🔵 Auswirkungen von blauem Licht auf kleine Kinder: Augenmüdigkeit, ein erhöhtes Risiko für AMD (altersbedingte Makuladegeneration) und Sehstörungen sind nur einige Beispiele für die Schäden, die Bildschirme den Augen unserer Lieblinge zufügen können. Blaues Licht stört außerdem den zirkadianen Rhythmus, also den Schlaf. Falls du dachtest, dein Baby schlafe nachts schon schlecht, bedenke, dass es noch schlimmer kommen kann …

💡 Gut zu wissen: Wenn dein Mini-Me eine Brille trägt, kannst du auch nach einem Blaulichtfilter fragen, auch wenn das nichts daran ändert, dass Bildschirmzeit möglichst vermieden werden sollte.

Smartphones und Kleinkinder: unsere Tipps

Du kennst den Spruch: Vorbeugen ist besser als heilen! Das gilt umso mehr, wenn es um ein zuckersüßes (oder auch nicht – schließlich verdienen auch nicht so süße Babys Liebe!) und schutzloses Kind geht.

Eine junge Frau zeigt einem Baby ihr Telefon

Auch wenn wir ständig von der digitalen Welt umgeben sind, gibt es einige wichtige Tricks, um unsere Kinder von unseren Handys und Bildschirmen im Allgemeinen fernzuhalten.

  • 🚫 Keine Bildschirme vor dem 3. Lebensjahr: Auch wenn dir das schwierig erscheint, denk daran, dass es zu ihrem Besten ist. Und wer weiß, vielleicht tut es auch dir gut!
  • 💭 Alternative Aktivitäten anbieten: Es gibt viele Möglichkeiten, ein Baby auch ohne Bildschirme zu beschäftigen! Klar, dafür muss man sich ein bisschen etwas einfallen lassen, aber Kleinkinder können sich mit den einfachsten Dingen amüsieren, solange es Interaktion, Austausch und etwas zum Anfassen gibt (du musst ihm schließlich keinen Rubik’s Cube geben).
  • 👿 Bildschirme aber auch nicht verteufeln: Später kannst du durchaus die Grundlagen für einen bewussten Umgang mit Bildschirmen schaffen

💡 Noch ein kleiner Hinweis: Auch wenn oft vor den Risiken gewarnt wird, dem Baby dein Handy zu überlassen (abgesehen davon, dass es sehr wahrscheinlich kaputtgeht), ist es dadurch nicht geschützt, dass du neben ihm auf deinen Bildschirm schaust! Sowohl wegen der Nähe zum Bildschirm (ein Baby sieht schlecht, aber es sieht trotzdem etwas) als auch wegen des fehlenden Austauschs mit seiner Lieblingsbezugsperson.

Mobiltelefone und Babys: zum Schluss

Immer mehr Kleinkinder kommen schon im frühesten Alter mit den Bildschirmen von Mobiltelefonen in Kontakt, manchmal sogar, bevor sie laufen können.

Ohne moralisieren zu wollen, halten wir es für wichtig, dich über die Risiken einer übermäßigen Smartphone-Nutzung für Babys zu informieren, deren erste drei Lebensjahre in jeder Hinsicht von einer besonders lebhaften Entwicklung geprägt sind: mögliche Störungen der kognitiven, sozial-emotionalen, motorischen und sogar körperlichen Entwicklung.

Angesichts dieser Risiken gibt es nur eine Empfehlung: Bildschirme vor dem 3. Lebensjahr so weit wie möglich vermeiden (dazu zählt auch der Bildschirm des Smartphones, das du in der Hand hältst, während dein Baby auf deinem Schoß sitzt) und die Empfehlungen zur Bildschirmzeit nach Alter beachten. Später bleibt dir noch genug Zeit, deinen kleinen Schatz an Bildschirme heranzuführen und ihm einen gesunden und sicheren Umgang damit zu vermitteln. Bis dahin solltest du dein Smartphone lieber nutzen, wenn dein kleiner Engel schläft!

Getaggt: Bien être